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Montag, 17. Januar 2011

Das Wasser geht zurück
















... und uns gehts immernoch gut! :-)

Der Wasserspiegel ist wohl immernoch höher als sonst, aber das meiste Wasser befindet sich jetzt wieder im Flussbett und nicht mehr auf den Straßen. Neulich, am Donnerstag, war ich nochmal unterwegs und hab ein paar Fotos gemacht. Eigentlich war das ja der Tag, wo es früh morgens den Höchststand gegeben hat, aber das Wasser war nachmittags niedriger als am Vortag. Das heißt also, die Fotos hier sind nicht mehr aktuell und von letzter Woche.
Vorgestern sind wir nochmal durch ein paar andere Gegenden gefahren und konnten da mehr Schaden sehen, natürlich vor allem an den Häusern, die direkt am Flussufer stehen, denen stand das Wasser auf jeden Fall im Wohnzimmer, und dort liegen überall Schuttberge herum. Auch viele Firmen, Fabriken und Maschinenhallen standen unter Wasser, von Kellern und Tiefgaragen gar nicht erst zu reden. Auch die andere Uni, University of Queensland, die in einer Flussschleife liegt, ist vom Hochwasser betroffen und deswegen noch ein paar Tage geschlossen, so dass dort heute leider kein Spieletag stattfindet.
Die Bilder der Innenstadt, die ihr hier sehen könnt, zeigen deutlich, dass das Wasser nicht direkt vom Fluss aus in den CBD (Central Business District = Innenstadt) geflossen ist, sondern viel mehr aus den Gullis und Abflüssen herauskam. In der Stadt sah es nicht besonders schlimm aus, aber man sieht auf dem einen Foto, wie hoch das Wasser im Abfluss steht (ein paar cm tiefer als die Straßenoberfläche nämlich), und überall waren Leute damit zugange, dreckiges Wasser aus ihren Untergeschossen zu pumpen.
An der Southbank befindet sich das Cultural Centre mit jeder Menge Museen, Gallerien, Kunst und Bibliothek. Wie schlimm da das Hochwasser gewütet hat weiß ich nicht, aber es hat hoffentlich keine Exponate beschädigt. Das Riesenrad stand knietief im Wasser, aber ich vermute, dass das nicht besonders schlimm fürs Riesenrad war. Und auf einem Foto im Spiegel Online sieht der Stadtstrand unversehrt aus. (Liegt etwas höher als der Fluss). Der ganze Bereich ist aber immernoch abgesperrt.

Der Käfer hat auf meinem Rückweg auf dem Rücken auf dem Fahrradweg gelegen und weil er so schön langsam war, hatte ich die Gelegenheit, ihn nach dem Umdrehen noch schön zu fotografieren. Er ist sehr groß wie man hoffentlich sieht, aber sympatisch langsam. Oder er hat sich beim Unfallen den Kopf gestoßen...

Die Fotos von den leeren Regalen enthalten weder Gemüse noch Obst noch Brot und sind im lokalen Supermarkt geschossen worden. Milch und Eier waren auch leer, aber tatsächlich waren wir letztens offenbar zur richtigen Zeit einkaufen, denn wir haben tatsächlich Brot, Eier und Bananen erhascht. Gemüse gibts allerdings nicht, nur eine einsame Kiste Petersilienwurzel ist dazugekommen. Mal schauen, was der Supermarkt gleich hergibt. Aber bis jetzt sind wir problemlos über die Runden gekommen.

Übrigens haben wir seit Beginn der Flut in Brisbane eine Schönwetterphase! Echt ironisch. Besonders heute ist es sonnig und sehr warm. Aber wie es scheint wird in den nächsten Tagen wieder Regen runterkommen. Der wäscht dann vielleicht ein bisschen von dem ganzen Staub wieder weg...


And now to something completely different:
Ich hatte am Samstag Vormittag doch noch mein Vorstellungsgespräch! Es ist eigentlich ganz gut gelaufen, aber es stellte sich heraus, dass der Knilch für seine 6 offenen Stellen von den 300 Bewerbern ungefähr die Hälfte zu Interviews eingeladen hat. Heute wollte er anrufen und sagen wie es aussieht, aber jetzt ist fast 17 Uhr und ich hab noch nichts gehört :-(

Mittwoch, 12. Januar 2011

Es geht uns gut














Brisbane steht jetzt tatsächlich teilweise unter Wasser. Wir waren heute mittag unterwegs, um uns das Geschehen mal aus der Nähe anzugucken. Die schlimm betroffenen Gebiete haben wir nicht gesehen, wir sind nicht besonders weit gefahren, aber tatsächlich ist der Fluss um einiges voller und viel schneller und dreckiger als normalerweise. So schlimm, wie Spiegel Online die Situation beschreibt, ist es allerdings nicht. Dort steht: "Der Brisbane River rast nach den verheerenden Regenfällen im Hinterland mit tödlicher Geschwindigkeit durch sein Flussbett...". In Wirklichkeit fließt er so schnell wie langsame Fahrradfahrer, wir haben den Test gemacht. Die tödlichen Geschwindigkeiten sind in Toowoomba aufgetreten (und da war es nicht der Fluss), aber hier zum Glück nicht. Auch wird hier nicht zur "Flucht" aufgerufen, sondern zur Evakuierung. Ist vielleicht ähnlich, aber Flucht klingt so panisch, und Grund zur Panik gab es hier so weit ich weiß nicht.
Ironischerweise war heute den ganzen Tag schönes Wetter, und so konnten Kalle und ich endlich mal wieder Sonne tanken, als wir mit der Kamera unterwegs waren. Da Brisbane so hügelig ist, sind auf unserem Weg immer nur Teilstrecken von Straßen überflutet gewesen. Es gibt allerdings auch Stadtteile, die relativ flach sind, und die haben jetzt natürlich die größten Schwierigkeiten.
Es war wirklich ein komisches Gefühl. Die Sonne knallt vom Himmel, es sind kaum Autos unterwegs, dafür aber halbnackte Menschen, die sich die Wassermassen angucken und Fotos machen. Wer nicht seine Möbel durch die Gegend tragen muss hat auch Zeit dazu, denn es ist fast alles geschlossen, ich hab nur Supermärkte, Tankstellen und Kiosks offen gesehen. Auch unser Fitnesscenter ist zu, dabei droht unserem Viertel gar keine Gefahr. Es herrschte jedenfalls eine seltsame Atmosphäre der sonnigen, entspannten Ruhe, ohne den ganzen hektischen Verkehr. Sie wurde nur durch die Sirenen der Geschäfte und Fabriken unterbrochen, die alle paar Grundstücke geheult haben, als ob nicht jedem bewusst wäre, dass der Keller oder auch das Erdgeschoss in einer braunen Brühe versunken sind. Das fand ich übrigens erstaunlich, denn es wurde gesagt, dass in den überschwemmten Gebieten aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt werden sollte, aber das war er zumindest da wo wir waren wohl nicht.

Auf dem Fluss schwimmt natürlich allerlei Zeug rum. Neben einem versunkenen Fischrestaurant (was wirklich direkt am Fluss stand) ist ein Stuhl abgetrieben. Eine Tonne und ein Strohballen sind an uns vorbeigekommen, sowie eine größere Planke mit zwei Bänken drauf. Auf dem Foto sieht es aus als würde das Wasser die Bänke umspülen, aber sie treiben fröhlich den Fluss stromabwärts.
Die Straße, von der wir die Bänke treiben gesehen haben, war heute mittag teilweise nur 10 cm über Flussniveau und wird heute nacht, wenn um 4 Uhr der Höchststand erwartet wird (ca 5,5 m), garantiert überflutet sein. Wir konnten schon das Wasser aus den Gullis nach oben sprudeln sehen, und auf dieser Straße kamen aus einem randvollen Abfluss jede Menge Kakerlaken und anderes Getier panisch herausgekrabbelt, es sah aus wie auf einem Ameisenhaufen. Der grade geflutet wird...
Hubschrauber kreisen über der Stadt, der Busverkehr sollte seit Stunden eingestellt sein, und unser Supermarkt ist ziemlich leergekauft. Gemüse, Brot, Eier, Wasser, Milch gibts nicht mehr, und auch der Rest ist stark dezimiert. Im Moment sind wir aber gut versorgt.

Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass im Stadtgebiet bis zu 20 000 Häuser und Geschäfte unter Wasser stehen und teilweise auch bis zum Dach, während man in seiner Wohnung sitzt oder zum Supermarkt fährt und alles wie immer aussieht. Wenn man die Bilder im Fermsehen sieht kann man gar nicht glauben, dass das nur 2 km entfernt sein soll. Im Fernsehen hatten sie heute auch einen Professor, der das verantwortliche Wetterphänomen La Nina erklärt hat. Das tritt etwas alle drei bis 7 Jahre einmal auf, ist also gar nicht so ungewöhnlich. Problematisch war dieses mal, dass der Ozean extrem warme Temperaturen hat und deshalb besonders viel verdunstetes Wasser in die Luft gekommen ist, was dann hier alles wieder in Unmengen heruntergeregnet kam. Diese Manifestation von La Nina hat im Mai letzten Jahres begonnen, sagte der Prof, und würde noch bis etwa dieses Jahr Mai andauern. Neeeeeiiiin!! Aber was will man machen?

Kalle ist in seiner Arbeit auch ein bisschen betroffen, denn man soll im Moment nicht im Labor arbeiten. Überhaupt ist sein Institut ziemlich verlassen.

Im Moment wird erwartet, dass die Überschwemmung noch bis etwa Samstag anhält. Derweil zieht das Wasser weiter und bedroht jetzt auch Orte in New South Wales, dem Staat südlich von uns (mit Goldcoast und Sydney, aber die scheinen nicht bedroht).
Überhaupt wäre Brisbane schon viel eher geflutet worden, wäre nicht vor ein paar Jahren ein Stausee mit Damm errichtet worden, um genau vor solchen Fluten zu schützen. Nur ist dieser durch den anhaltenden Regen der letzten paar Monate so voll, dass die Behörden jetzt Wasser ablassen müssen - welches genau jetzt um die Fundamente der Gallery of Modern Art dümpelt. Und im Mc Café in Milton fast bis zur Decke reicht. Würden wir heute zum Spieleabend an der anderen Uni wollen, müssten wir die halbe Strecke mit dem Boot zurücklegen.

So ist also die Situation, in Queensland reiht sich ein Katastrophengebiet an das nächste, die Verluste sind gigantisch, es gibt mindestens 12 Todesopfer und noch 67 Vermisste in der Umgebung von Toowoomba - und ich sitze hier gemütlich und hab keine Probleme. Die Welt ist ungerecht, wie immer, aber wir sind glücklich darüber, auf dem Trockenen zu sitzen.

Ach ja: Vor Krokodilen brauchen wir vorerst keine Angst zu haben, der Brisbaner Zoo hat sie angeleint ;-)

Dienstag, 11. Januar 2011

Brisbane unter Wasser

Jetzt ist es auf einmal soweit. Aber bevor ich Details preisgebe, erst eine spannende Geschichrte von heute nachmittag:

Ich hatte ja den Termin zum Vorstellungsgespräch in der Nähe der Innenstadt. Quasi noch Innenstadt. Und weil es den ganzen Tag wie immer geschüttet hat, bin ich mit dem Bus gefahren, in der Hoffnung, dann eine bessere Figur abzugeben als wenn ich nassgeregnet und nassgeschwitzt vom Fahrrad ankomme.
Nun war es aber natürlich so, dass der wohlberechnete Bus Verspätung hatte. Und Umwege gefahren ist. Und in der Stadt plötzlich überhaupt nicht mehr vorwärts kam, alle Straßen waren total verstopft, was ich mir nicht erklären konnte, schließlich war erst Mittag und noch keine Rush Hour. Naja, irgendwann kam ich an der Endhaltestelle an, bin weitergegangen, hab versucht bei den Leuten anzurufen und Bescheid zu sagen dass ich ein paar Minuten zu spät dran bin, aber es ging nur der AB dran.
Als ich den Gebäudekomplex dann gefunden hatte, konnte ich die Geschäftsstelle nicht finden. Also hab ich nochmal angerufen, aber es ging nur der AB dran. Ich habe weitergesucht, und nach viel kalkulieren endlich die Geschäftsstelle gefunden, die ich vorher nicht als solche erkannt hatte, denn sie war geschlossen. Und mehrfaches Klingen hat auch nichts gebracht. Dumme Sache sowas. Dann hab ich nochmal den AB angerufen und eine Nachricht hinterlassen, dass ich da war aber niemand sonst, und bin resigniert zurück zur Bushaltestelle gewandert. Und hab beschlossen, wo ich schonmal umsonst in ein belebtes Viertel gefahren bin, kann ich auch noch ein bisschen die Geschäfte angucken. Aber sie waren geschlossen, eins nach dem anderen, obwohl die Öffnungszeiten klar besagten, dass sie geöffnet sein sollten. Da hab ich dann in Erwägung gezogen, dass ich vielleicht einen Feiertag verpasst habe oder so... Irgendwann war ein Laden offen, ich bin mit der Verkäuferin ins Gespräch gekommen und habe so erfahren, dass just die Innenstadt evakuiert und der Busverkehr bald eingestellt werden soll, denn für heute nachmittag ist Überschwemmung in Brisbane angekündigt! Da hab ich erstmal ziemlich blöd geguckt.
Der Bus wäre nach Fahrplan erst in über einer halben Std gekommen, und ich dachte, hier fährt jetzt eh nichts mehr nach Fahrplan, und bin dann zu Fuß nach Hause gegangen, denn jetzt war es ja auch egal, ob ich nass werden würde.
Und nass wurde ich auch. Klatschnass. Obenrum nass geschwitzt, Mitte nass geregnet, Schuhe in den Miniüberschwemmungen quer über die Bürgersteige vollgelaufen. Diese Überschwemmungen hatten allerdings nur mit dem sintflutartigen Regen der letzten Wochen zu tun, am Fluss bin ich gar nicht vorbeigekommen.
Zu Hause hab ich dann unseren Vermieter angetroffen, der meinte, dass uns hier oben nichts passieren wird, aber er hat trotzdem unsere Hintertür mit Handtüchern abgedichtet (weil der Hinterhof immer unter Wasser steht, aber das tut er immer wenn es regnet, ist also nichts Neues).
Kalle war zu dem Zeitpunkt ziemlich alleine in der Uni, denn der Rest war nach Hause gegangen (oder Sandsäcke besorgen, je nachdem wo sie wohnen). Der Supermarkt ist von Brot und frischen Lebensmitteln ziemlich leergekauft, obwohl er auch fast so hoch wie wir liegt.
Auf der Internetseite vom Brisbane Council kann man sich Karten runterladen, wo aufgezeichnet ist, was vermutlich alles überschwemmt werden kann. Und es ist ein Evakuierungsheim angegeben, wohin man gehen kann, wenn man sein Haus evakuieren möchte. Und wo man sich Sandsäcke holen kann.

Das ist alles ganz schön spannend, vor allem wenn man sich relativ sicher sein kann, dass einem selber nichts passiert. Hoffentlich. Aber ich wüßte nicht, warum. Selbst wenn der Damm kurz vor Brisbane jetzt tatsächlich überläuft, und es wird auf jeden Fall so kommen, und selbst wenn eine Flutwelle durch Brisbane rollen wird (was nicht passieren wird glaube ich), dann könnten wir von oben reinspucken. Glaube ich...

So siehts also aus. Der Pegel wird weiter steigen, Straßen sind in der Stadt gesperrt, vieles ist geschlossen, und in den nächsten Tagen muss man dann einfach mal abwarten und Eistee trinken. Und vielleicht tatsächlich überlegen, Gummistiefel anzuschaffen, heute hätte ich sie gut gebrauchen können. Aber ich glaube, großflächige Überschwemmungen sind hier nicht zu erwarten. Hoffentlich.

Also, macht euch keine Sorgen, wir sind wohlauf :-)

Das Wasser rückt näher...

Wer regelmäßiger SpOn-Leser ist hat es vielleicht schon gesehen, für alle anderen hier der Link: http://www.spiegel.de/video/video-1102645.html
Durch Toowoomba ist eine Sturzflut gewütet, und die Aufnahmen sind wirklich gruselig. Vor allem, da Toowoomba nur ungefähr 90 km westlich von Brisbane liegt - was schon viel näher ist als Rockhampton mit seinen 600km Entfernung von uns. Und der Regen geht fröhlich weiter. Heute scheint es noch nicht mal hell werden zu wollen.
Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass wir hier aber weiterhin ziemlich sicher sind. Selbst wenn der Brisbane River hier in Brisbane gehörig ansteigen sollte, liegen wir und unser Woolworth ungefähr auf 30 Höhenmetern (Google Earth ist da etwas ungenau), und somit müsste noch einiges passieren, damit wir hier nasse Füße kriegen. Wobei ich mich schon wundere, dass hier noch nichts Wichtiges überschwemmt wurde, so viel wie es hier permanent regnet. In den letzten Tagen kam allerdings ein Stückchen weiter nördlich noch viel mehr runter als hier, wobei ich gedacht hab, dass das schon gar nicht mehr geht. Aber da sind an einem Tag zwischen 9 Uhr und 19 Uhr ungefähr 250 mm runtergekommen (wenn ich das richitg verstanden habe), während der münsteraner und der deutsche JAHRESdurchschnitt bei ca. 744 mm liegen.

Ich hab grad etwas recherchiert, und tatsächlich sind in Brisbane schon Überschwemmungen aufgetreten. Für Donnerstag ist ein Pegelstand von 3,5 m für den Fluss in der Stadt angesagt, dass sind 2,5m höher als der Höchststand, den die Flut im Jahr normalerweise erreichen kann.
Da kann man wohl nur hoffen, dass La Nina auch mal irgendwann wieder aufhört. Daumen drücken.

Apropos, ich habe gleich ein Vorstellungsgespräch für einen Nebenjob im Callcenter. Ihr könnt ja im Schlaf mal Daumen drücken, und ich schreibe nachher, wie es gelaufen ist.

Samstag, 8. Januar 2011

R.I.P. MTV und andere Kuriositäten

Da musste ich grad von Spiegel Online erfahren, dass just eine Ära zuende gegangen ist und seit Anfang Januar MTV nur noch im Pay-TV zu sehen ist. Und genau wie SpOn schreibt, dass es offenbar weder jemand zur Kenntnis genommen hat noch dass es jemanden überhaupt interessiert, fühle ich mich auch. OK, jetzt zähle ich ja auch zu den Leuten, die in der Regel kein Fernsehen gucken. Und wenn, dann kein MTV, wo seit mindestens einem Jahrzehnt nur noch Schrott läuft. Aber trotzdem, man hat das Gefühl, alt zu werden. Heh. Zum Glück ist diese Art der Weltveränderung für mich weder mit Verlustgefühlen noch mit Sentimentalismus verbunden. Oder wie das Wort heißt.

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Falls ihr euch Sorgen gemacht habt, ob wir jetzt doch abgesoffen sind, da ich mich wieder länger nicht gemeldet habe, so sind die Sorgen zwar unbegründet, aber tatsächlich hängen die beiden Sachen zusammen. Es ist nämlich so, dass es weiter regnet. Und obwohl Brisbane weiterhin von größeren Überschwemmungen verschont bleibt (im Gegensatz zu Rockhampton, siehe unten), so führt der ständige Regen doch dazu, dass man wenig draußen unternimmt und somit wenig Fotos macht. Und darüber zu bloggen, dass Kalle mich zum x-ten mal in dem Brettspiel der Woche abgezogen hat, muss ja auch nicht sein.
Wir machen aber trotzdem hin und wieder was. Gestern waren wir zum Beispiel ganz spontan mit Freunden im Kino, in "The Tourist", mit Johnny Depp und Angelina Jolie. Falls ihr überlegt reinzugehen, kann ich dazu sagen, dass der Film ganz nett ist. Aber mehr auch nicht. Es war nett ihn zu sehen, aber wenn man ihn nicht sieht, hat man eigentlich nichts verpasst. Wobei die Schluss-szene gut war, fand ich. Und als Plus spielt der Schauspieler mit, der bei Ritter aus Leidenschaft den Geoffrey Chaucer spielt, also den Dichter/Moderator/Adelsbrieffälscher. Ich glaube, er lächelt einmal in dem Film. ;-)
Neulich waren wir in einem japanischen Restaurant, als Abschiedsessen für eine Kollegin von Kalle, aber ich muss leider sagen, dass mich das Essen dort in keinster Weise begeistert hat, und das werd ich mir dann in den nächsten Jahren wohl sparen. Es sei denn ich finde ein Restaurant, wo es außer Sushi, Fleisch, Reis und Misosuppe noch was anderes gibt. Zum Beispiel Gemüse.

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Übrigens steht bei SpOn auch ein Video, wie man sicherer durch den Schnee Fahrrad fahren kann. Wenn ich das doch schon letzten Winter gewusst hätte!
http://www.spiegel.de/video/video-1102114.html

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Noch eine Kuriosität: Neulich habe ich drei Eier in eine Schüssel geschlagen, und hatte dann 5 Eigelb darin. Das hat mich dann doch etwas verwundert. Das war übrigens kurz bevor der Dioxin-Skandal aufgedeckt wurde, aber soweit ich weiß, hat sich der ja nicht bis nach Australien ausgeweitet.

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Hier seht ihr jetzt noch Sattelitenbilder von Rockhampton, der Stadt, die wohl am stärksten von den Überflutungen im Norden bestroffen ist. Letztens haben wir den Fernseher angemacht, und da sieht es echt nicht gut aus. Ganze Kohlebergwerke sind geflutet, Fabriken und Maschinen stehen unter Wasser, alles ist voller Schlangen (die ja auch gut schwimmen können)...
Das erste Foto ist vom 14.12.10, als alles noch normal war, das zweite vom 4.1.11. Leider sind da Wolken im Weg.


Samstag, 1. Januar 2011

Land unter in Queensland

Nachdem ich es letztens ja schon verbockt hab, den Link online zu stellen, hier ist noch ein Artikel auf Spiegel Online: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,737280,00.html
Mittlerweile ist in Nordqueensland, also nördlich von uns, eine Flächer größer als Frankreich und Deutschland überflutet! Zum Glück wohnen da längst nicht so viele Menschen wie in Westeuropa. Jedenfalls ist da oben jetzt nicht nur die Ernte zerstört, die den Bauern nach den ganzen Jahren der Dürre endlich wieder auf die Beine helfen sollte, sondern teilweise werden jetzt auch die Lebensmittel knapp und Krokodile zum Problem, deren Lebensraum sich jetzt bis in die Städte ausdehnt. Gar nicht rosig! Im Süden Australiens machen Dürre und Hitze Buschfeuer zur Gefahr.
Bei uns in Brisbane merkt man glücklicherweise weiterhin von beiden Extremen nichts, aber heute ist mal wieder ein weiterer Regentag.
Paradiesisches Wetter muss man im Moment woanders auf der Welt suchen...

Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen. Lässt der Schne allmählich nach, oder ist zu Hause auch bald Katastrophengebiet?