Freitag, 17. Dezember 2010

Caroling





Gestern waren wir endlich mal beim Caroling!
Wir waren ja jetzt immerhin 3 mal bei den Chorproben, und dann wurden wir davon überrascht, dass die 3. plötzlich auch die letzte Probe des Jahres war. Alle anderen konnten die ganzen Lieder auch, da sie wohl nicht zum ersten mal diese Weihnachtslieder aufgeführt haben, nur Kalle und ich waren noch eher unsicher - möglicherweise auch deswegen, weil die Lieder bei den Proben meist nur einmal durchgesungen wurden.
Trotzdem wollten wir es uns nicht nehmen lassen, mindestens einmal beim öffentlichen Carolimg dabei zu sein (immerhin hatten wir uns auch extra die Chor-T-shirts gekauft, die wir dabei tragen sollten), und so war gestern also ein Termin in einem der vielen riesigen Einkaufszentren, den wir uns dann zur Teilnahme ausgesucht haben.
Dort stellte sich dann raus, dass wir relativ wenig Leute waren, und so führte das dazu, dass uns sehr wenig Leute überhaupt wahrgenommen, geschweige denn gehört haben ;-)
Wir hatten keine Bühne oder so, sondern sind durch das Einkaufszentrum gezogen, haben uns in verschiedene Ecken oder Gänge gestellt, dort 2 Lieder gesungen und sind dann wieder weiter gezogen, das ganze knappe 2 STunden lang. Aber wie gesagt, wir waren nur 9 Leute, davon wir beide nicht wirklich firm in Text und Melodie... aber es war lustig. Zum Schluss haben wir uns mitten in den Gang gestellt, so dass wir tatsächlich die Aufmerksamkeit mehrerer Leute gleichzeitig hatten, da gabs sogar ein bisschen Applaus ;-) Aber generell sind wir doch völlig in den Besuchermassen und dem Weihnachtsstresslärm unter gegangen. Machte aber nichts, denn wir hatten Spaß, und der Chor wird dafür sogar bezahlt.

Außerdem hab ich es endlich mal geschafft, ein Bild von unserer Weihnachtsdeko hier zu Hause zu machen. Links sieht man unser Adventskalender-Teelicht, in der Mitte unseren Weihnachtsbaum. Klein aber fein, woll?




Das letzte Bild habe ich im Bus gemacht. Manchmal wundert man sich.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Und täglich grüßt die Eidechse


Da saß ich wieder mal schwer arbeitend am Laptop, als ich im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. Und schon wieder handelte es sich um eine Eidechse, diesmal in der Küchenecke. Und ganz klein, wie man auf dem Foto ungefähr erkennen kann, nämlich geschätze 7 cm in voller Länge. Winzig, quasi. Nachdem ich dann das Foto gemacht hab, habe ich versucht, sie zur Hintertür raus zu geleiten, und bei der Gelegenheit eine weitere Eidechse gefunden, die an der Wand hinter dem Tisch saß, diese deutlich größer, aber auch deutlich schreckhafter, und die hat dann meine 2 Sekunden Unaufmerksamkeit genutzt, als ich wieder nach der Kamera gegriffen habe, und hat sich versteckt. Und als ich ihr Versteck gefunden hab, ist sie rausgeflitzt. Panisches Tierchen. Aber sonst wird man wohl auch nicht so groß. Da sie also nicht für ein Foto posieren wollte, müsstihr euch einfach die Kleine in ca 20 cm Länge vorstellen.
Was wollen die nur immer in unserer Wohnung? Die Tausendfüßler fressen, die alle 3 Wochen mal über den Teppich marschieren?
Und ja, natürlich haben wir an unseren Fenstern und an der Tür Insektengitter. Aber unter der Vorder- und Hintertür sind ein-Zentimeter-Schlitze. Wie gesagt, Abdichten ist uncool hier.

Übrigens: Gestern abend war ich wieder in der University of Queensland beim Brettspieletreff, als plötzlich jemand eine Spinne mitten im Raum entdeckte. Und die war riiiiesig. Leider hatte ich keine Kamera mit, und mein hiesiges Handymodell hat keine. Wahrscheinlich finden das einige von euch gar nicht schlimm ;-)
Auf jeden Fall ist diese Spinne dann beim Versuch sie zu fangen in Windeseile weggerannt, und das finde ich ja immer am schlimmsten, wenn die so furchtbar schnell losrennen. Und obwohl sie bei ihrer Flucht genau zwischen den Beinen eines Engländers durchgerannt ist, der auch eher vorsichtigen Abstand zu Spinnen hält, und ihm nicht in die Hosenbeine gekrabbelt ist, habe ich auf jeden Fall für die nächste halbe Std. meine Beine hochgelegt, bis sie gefangen und rausgeworfen worden ist. Puh. So ein Riesenviech. Handtellergroß! Also, mit Beinen natürlich.
Genug Details, OK.

Schade eigentlich, dass nicht alle Tiere in Australien so knuddelig wie Koalas sind. Vor allem die Sorte Tiere, die man immer mal wieder ungebeten in der Wohnung findet. Mit Eidechsen komme ich ja glücklicherweise sehr gut klar (wir haben unterwegs mal Amerikaner (?) getroffen, da hat ein Teenie lautstark verkündet, wie widerlich und ekelig sie Eidechsen findet. Das kann ich ja nicht nachvollziehen). Aber ich krieg immer zuviel, wenn irgendwo Kakerlaken auftauchen, igitt!! Dann ist sofort Ausnahmezustand... zum Glück bleibt wenigstens Kalle ruhig :-)
Komisch, oder? Dabei sind es ja eigentlich nur große Käfer, und wen stören schon Käfer? Wahrscheinlich liegt es auch bei denen daran, dass sie so schnell sind. Und doof aussehen. Vielleicht würden sie alle lieber mögen wenn sie grün-pink schillern würden. Und in Zeitlupe krabbeln, so wie Marienkäfer, die mag ja auch jeder.
Hm. In nächsten Leben, im nächsten Jahrhundert, werde ich Bio-Ingenieur.

Montag, 13. Dezember 2010

Regen - der Beweis



Ich habe dieses Video gemacht, damit ihr eine Vorstellung von dem Regen habt, der hier manchmal runterkommt. Da möchte man nicht reingeraten.

Heute keine Traumstrände :-)










Schon wieder lange nicht geschrieben, was? Dabei kann ich nicht mal behaupten, im Weihnachtsstress zu sein, denn davon merkt man hier nicht so viel. Kommt wahrscheinlich davon, wenn man sozial nicht so stark eingebunden ist wie zu Hause. Nehm ich an.
Statt dessen bin ich aufgrund der Nachfrage einem interessanten Problem nachgegangen: Wie bringt Santa in Queensland die Geschenke? Es gibt ja keine Kamine! Aus dem einfachen Grund natürlich, dass die Häuser hier möglichst kühl und luftig gebaut werden. Heizungen gibt es in der Regel nicht. Genausowenig wie vernünftig abgedichtete Wände, Fenster oder Türen. Wozu auch? Jeder Luftzug zählt. (Allerdings kann es hier im "Winter" auch schon mal richtig kalt werden, nämlich ca. bis zu +8Grad. Lächerlich? In zugigen Wohnungen ohne Heizung macht sowas mal gar keinen Spaß. Da kann man sich nur zu dicken Socken gratulieren...
Jedenfalls, um das Rästel zu lösen: Santa bringt die Päckchen... durch die Fenster! Denn die stehen ja immer offen, sagte man uns. Das halte ich allerdings für problematisch, denn wer eine Klimaanlage hat (die Glücklichen!), der lässt keine Fenster auf. Und wer sie auflässt, so wie wir, der hat hoffentlich Insektengitter davor. Aber vermutlich hält das Santa genausowenig auf wie enge Schornsteine ;-)
Übrigens, noch ein australischer Unterschied: Hier gibts keinen Nikolaus. Auch nicht aus Schokolade. Nur in winzig, aber nicht in der normalen, zu Hause allgegenwärtigen großen hohlen Schokoform. Wobei ich auch schon feststellen musste, dass die Schokolade auf dem Nikolausteller immer eine sehr weiche Konsistent hat. Irgendwie gewöhnungsbedürftig...

Falls ihr euch gefragt habt, was wir in den letzten Tagen alles Interessantes getrieben haben: Nicht so wahnsinnig viel. Das Wetter ist oft scheiße. Es regnet quasi täglich, das ist sehr nervig, und auch noch für den Rest dieser Woche angesagt. Überhaupt haben wir jetzt schon öfters gehört, dass der Oktober/November/Dezember dieses Jahr die regnerischsten der letzten x Jahre waren. Ich war geneigt, darüber Trübsal zu blasen, aber andererseits sollten jetzt seit spätestens Dezember Temperaturen um die 30-45 Grad herrschen, samt der üblichen Schwüle. Das ist uns (bis auf die Schwüle) bis jetzt gottseidank erspart geblieben, und ich bin da auch gar nicht so scharf drauf. Aber der ganze Regen nervt natürlich trotzdem. Am Samstag wollten wir wieder Fahrrad fahren, aber dann hat es wieder einen ausgedehnten tropischen Guss gegeben (der die Regenrinne vom Dach gerissen hat), woraufhin wir einen Spieletag eingelegt haben. Abends waren wir zum BBQ auf dem großen überdachten Balkon (der mit den Brushtail-Possums) eingeladen, und da wars schön trocken drunter. Das Possum trägt sein Kleines jetzt nicht mehr im Beutel, sondern aufm Buckel. Allerdings ist es vielmehr das Kleine, das da bei jeder sich bietenden Gelegenheit draufkrabbelt und sich rumtragen lässt, obwohl es selber laufen und klettern kann. Ich erinnere mich dunkel, dass ich mich als Kind auch am liebsten immer tragen lassen wollte. Ist ja auch spannender als im Kinderwagen.

Letzten Samstag waren wir bei der Spiele-Society, und danach beim BBQ, und haben bei der Gelegenheit Brisbanes steilste Straße kennengelernt. Von unten :-( Ich habe eine halbe Sekunde versucht, hochzuradeln, und habe dann beschlossen zu schieben (sauanstrengend), während Kalle es tatsächlich geschafft hat, den Hang im Zickzack mit dem Rad zu bezwingen. Fotos liefern wir mal irgendwann, wenn das Wetter wieder netter ist.
Letzten Sonntag habe ich Kalle in der Uni geholfen, seine Fasern zu messen. Also Durchmesser auf Fotos.
Und gestern, also diesen Sonntag, waren wir im Sciencentre des Museums. Das war sehr cool, und ungefähr so stelle ich mir die Abteilung im Deutschen Museum vor, von er Flo mir mal so vorgeschwärmt hat. Alles war voll von technischen und physikalischen Aufbauten, an denen man Naturgesetze oder physikalische Besonderheiten oder Sinneseindrücke etc. nachvollziehen konnte, sehr cool gemacht.

Was wir kommendes WE machen (oder Weihnachten), steht noch nicht fest. Da muss ich mir mal Gedanken machen. Gerade scheint ausnahmsweise mal die Sonne, ich hoffe, das wird sie am WE auch.
Ich hoffe bei euch ist alles OK. Liegt der Schnee eigentlich noch? Silvesterplanung schon abgeschlossen? Wir wünschen weiterhin einen frohen Advent!

Freitag, 3. Dezember 2010

Australiens feuchtester Kletterpfad













Weiter gehts mit dem abschließenden Urlaubsbericht. Nach unserer Abfahrt aus Noosa haben Kalle, Malin, Frank und ich noch einen Abstecher zu den Glass House Mountains gemacht. Die liegen nur ein Stückchen nördlich von Brisbane und sind einzelne Felsen, die ziemlich plötzlich aus der Landschaft ragen und dabei auch noch recht hoch werden (für Flachlandbewohner wie mich), nämlich teilweise über 300m.
Auf einen von diesen sind wir raufgekraxelt, wobei mir das vorher nicht klar war. Was ich eigentlich dachte, war, dass wir einen relativ kurzen Wanderweg entlanglaufen und dann an einem Aussichtspunkt herauskommen, von dem aus man gut diese Berge angucken kann.
Tatsächlich war es dann so, dass dieser entspannte Wanderweg schnell an einer Steilwand aus Gesteinsbrocken endete, die es dann offenbar zu erklimmen galt. Was ich erst nicht so ganz glauben wollte, denn vorher und auch dort hatte sich nirgends ein Hinweis auf richtige Kletterei gefunden, so nach dem Motto "Vorsicht, bei Stürzen Gefahr von Knochenbrüchen" (wobei es tatsächlich den Hinweis gab, den Weg weder bei starkem Regen noch bei Dunkelheit zu benutzen). Diese gefühlte Steilwand haben wir dann jedenfalls bezwungen, und oben angekommen, wartete gleich um die Ecke die nächste. Das Ganze war zumindest für mich so anstrengend, dass ich dort literweise Schweiß vergossen habe, und zwar soviel, dass es den Titel dieses Posts mehr als rechtfertigt.
Oben angekommen war die Aussicht allerdings tatsächlich sehr gut, denn mittlerweile standen wir auf der Spitze des Berges. Leider war es an dem Tag etwas diesig, aber trotzdem hat sich der Aufstieg gelohnt. Und runter ging es viel schneller, und es wurde auch eher Adrenalin als Schweiß ausgeschüttet. Und keinem ist was passiert. :-)
Jedenfalls war mir in Nachhinein klar, wieso dieser Weg den Berg rauf führen und trotzdem gleichzeitig so kurz sein konnte... aber wer rechnet auch mit solchen Steigungen?

Mittwoch, 1. Dezember 2010

December, month of joy

In other news: Bei uns zu Hause ist offiziell die Vorweihnachtszeit angebrochen. Wobei ich vielleicht dazu sagen muss, dass das mehr oder weniger auf Malins, Franks und mein Konto geht. Denn die beiden haben uns eine Tüte mit weihnachtlichen Leckereien und Deko hiergelassen, über die ich sehr verzückt bin! Ansonsten bin ich ja ein großer Weihnachtsfan, so dass der Schokoadventskalender mit der Rentierpyramide, auf deren Spitze Santa einen Stern hochhält, auf mein Konto geht. Außerdem wollte ich schon längst losgezogen sein um Weihnachtsbastelzeug für Deko einzukaufen, aber dieser Plan ist bisher durch unsinnige Ladenöffnungszeiten und versteckte Bastelläden durchkreuzt worden.
Kalle hat allerdings auch wesentlich zur Weihnachtsstimmung beigetragen, denn er hat unseren Weihnachtsbaum besorgt, der ganz nach australischer Tradition natürlich kein echter ist. Vielleicht kann man den Australiern zu Gute halten, dass hier einfach (soweit wir das bisher beurteilen können) keine Tannenbäume wachsen. Und Pinien sind schließlich nicht das Gleiche! Unserer ist schneeweiß und zumindest teilweise aus Holz, genauer gesagt aus Pappe. Und aus den USA. Aber was solls, die USA sind ja quasi das Vaterland der modernen Weihnacht. Stimungsvolle Bilder folgen natürlich zu gegebener Zeit.
Zur musikalischen Untermalung läuft seit langer Zeit endlich mal wieder mein Christmas-Soundtracks-Ordner in Winamp, und heute abend ist ja auch wieder Carols-Singen im Chor dran. Bleibt nur zu hoffen, dass der Regen bis dahin aufgehört hat. Denn wie um einen wetterlichen (was ist hier das angemesse Adjektiv?? meteorologisch? Ich glaube da ist irgendwo eine Silbe zuviel. Hm.) Beitrag zum Dezember zu leisten, ist es seit einer Weile wie bescheuert am Schütten. Die Australier können sich wirklich glücklich schätzen, dass hier niemals Gefahr durch Glatteis besteht, denn sonst würde man bei den ganzen Steigungen hier überhaupt nicht mehr vorwärtskommen... beziehungsweise, nur bis man unten ankommt und die Rutschfahrt durch Zäune oder Laternen gestoppt wird. So muss man nur aufpassen, nicht weggespült zu werden. All drains lead to the ocean, oder wie war das? ;-)

Straßenbezeichnungen mal abwechslungsreich

Was heißt "Straße" auf Englisch? Street. Oder road. Weg heißt way.
Soweit klar.
Doch während die Deutschen ihre Straßenbezeichnungen eher einheitlich halten (Straße, Weg, Pfad, vielleicht auch mal Platz), so sind da die Engländer, und in diesem Fall natürlich besonders die Australier nicht geneigt, ein einheitliches Wort zu benutzen. Schon früh ist uns aufgefallen, dass es hier wirklich jede Menge unterschiedliche Straßenbezeichnungen gibt. Und da ich neulich mal eine Liste der gebräuchlichen gefunden habe, ist jetzt der Moment gekommen, diese Liste unters Deutsche Volk zu bringen. Mit der Bitte, sie nicht ins Deutsche zu übertragen, denn wenn es wie hier häufiger mal den gleichen Straßennamen gibt, nur mit unterschiedlichen Endungen, kann das meiner Meinung nach schnell zu Verwirrungen führen (zb Christopher Road vs. Christopher Street)...

Arcade
Avenue
Boulevard
Circuit
Close
Court
Crescent
Drive
Esplanade
Grove
Highway
Lane
Parade
Place
Road
Square
Street
Terrace
Way

Da kann man mal sehen. Schon ne ganze Menge, oder?

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Nachtrag:
Einem aufmerksamen Leser ist aufgefallen, dass noch zwei Bezeichnungen fehlen, nämlich Path und Creek. Tja, da ist wohl was dran. Aber offenbar kommen die so selten vor, dass sie auf der Webseite von Quantas, wo ich die obere Liste herhabe, nicht aufgeführt werden.
Kommen noch mehr zusammen?