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Dienstag, 14. Dezember 2010

Und täglich grüßt die Eidechse


Da saß ich wieder mal schwer arbeitend am Laptop, als ich im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. Und schon wieder handelte es sich um eine Eidechse, diesmal in der Küchenecke. Und ganz klein, wie man auf dem Foto ungefähr erkennen kann, nämlich geschätze 7 cm in voller Länge. Winzig, quasi. Nachdem ich dann das Foto gemacht hab, habe ich versucht, sie zur Hintertür raus zu geleiten, und bei der Gelegenheit eine weitere Eidechse gefunden, die an der Wand hinter dem Tisch saß, diese deutlich größer, aber auch deutlich schreckhafter, und die hat dann meine 2 Sekunden Unaufmerksamkeit genutzt, als ich wieder nach der Kamera gegriffen habe, und hat sich versteckt. Und als ich ihr Versteck gefunden hab, ist sie rausgeflitzt. Panisches Tierchen. Aber sonst wird man wohl auch nicht so groß. Da sie also nicht für ein Foto posieren wollte, müsstihr euch einfach die Kleine in ca 20 cm Länge vorstellen.
Was wollen die nur immer in unserer Wohnung? Die Tausendfüßler fressen, die alle 3 Wochen mal über den Teppich marschieren?
Und ja, natürlich haben wir an unseren Fenstern und an der Tür Insektengitter. Aber unter der Vorder- und Hintertür sind ein-Zentimeter-Schlitze. Wie gesagt, Abdichten ist uncool hier.

Übrigens: Gestern abend war ich wieder in der University of Queensland beim Brettspieletreff, als plötzlich jemand eine Spinne mitten im Raum entdeckte. Und die war riiiiesig. Leider hatte ich keine Kamera mit, und mein hiesiges Handymodell hat keine. Wahrscheinlich finden das einige von euch gar nicht schlimm ;-)
Auf jeden Fall ist diese Spinne dann beim Versuch sie zu fangen in Windeseile weggerannt, und das finde ich ja immer am schlimmsten, wenn die so furchtbar schnell losrennen. Und obwohl sie bei ihrer Flucht genau zwischen den Beinen eines Engländers durchgerannt ist, der auch eher vorsichtigen Abstand zu Spinnen hält, und ihm nicht in die Hosenbeine gekrabbelt ist, habe ich auf jeden Fall für die nächste halbe Std. meine Beine hochgelegt, bis sie gefangen und rausgeworfen worden ist. Puh. So ein Riesenviech. Handtellergroß! Also, mit Beinen natürlich.
Genug Details, OK.

Schade eigentlich, dass nicht alle Tiere in Australien so knuddelig wie Koalas sind. Vor allem die Sorte Tiere, die man immer mal wieder ungebeten in der Wohnung findet. Mit Eidechsen komme ich ja glücklicherweise sehr gut klar (wir haben unterwegs mal Amerikaner (?) getroffen, da hat ein Teenie lautstark verkündet, wie widerlich und ekelig sie Eidechsen findet. Das kann ich ja nicht nachvollziehen). Aber ich krieg immer zuviel, wenn irgendwo Kakerlaken auftauchen, igitt!! Dann ist sofort Ausnahmezustand... zum Glück bleibt wenigstens Kalle ruhig :-)
Komisch, oder? Dabei sind es ja eigentlich nur große Käfer, und wen stören schon Käfer? Wahrscheinlich liegt es auch bei denen daran, dass sie so schnell sind. Und doof aussehen. Vielleicht würden sie alle lieber mögen wenn sie grün-pink schillern würden. Und in Zeitlupe krabbeln, so wie Marienkäfer, die mag ja auch jeder.
Hm. In nächsten Leben, im nächsten Jahrhundert, werde ich Bio-Ingenieur.

Mittwoch, 15. September 2010

Blue Mountains








Montag waren wir dann endlich auf einer geführten Tagestour in den Blue Mountains, was uns mehrfach ans Herz gelegt worden war. Zu recht! Das war echt toll.
Die Blue Mountains liegen ca. 70km Richtung Landesinnere und bestehen eigentlich nur aus schroffen Klippen und bewaldeten Schluchten. Dort wohnen jede Menge Tiere, von denen wir die allermeisten nicht zu Gesicht bekommen gaben. Wir haben versucht Känguruhs zu finden, sie waren allerdings grad nicht in Straßennähe, leider. Kommt wohl auch nicht so oft vor, aber nen Versuch wars wert. Dann sind wir an einem der vielen Wasserfälle in ein tiefes Tal heruntergeklettert, auf sehr steilen Stufen und sehr schmalen Wegen, immer an der Felswand entlang. Unser Führer ist dort aufgewachsen, hat etwas Aborigine-Blut (sagt er zumindest), und konnte uns viel zeigen und erklären. Er hat uns außerdem erzählt, dass die Blue Mountains für Aborigines heiliges Land sind und wir mit diesem Wissen durch den Wald laufen und das würdigen sollen. Der Wald war übrigens Regenwald, nicht die feuchtheiße Sorte, aber trotzdem hat es häufig mal von diversen Wasserfällen und Klippen getropft. Dies ist übrigens die Heimat von giftigen Schlangen und der giftigsten Spinne der Welt, der Sydney Funnel Spider. Wenn man nach 40 min kein Gegengift bekommt, ist ihr Biss tödlich. Das haben wir übrigens erst erfahren, als wir da waren… Aber offenbar bestand kein großer Grund zur Sorge, denn erstens sind diese Spinnen ungefähr Vogelspinnengroß, so dass sie nicht mal eben unbemerkt in Klamotten krabbeln können, und ganz davon abgesehen verstecken sie sich immer in Felsspalten und beißen nur, wenn man sie extra sucht, findet, und ärgert. Das alles haben wir vermieden und damit auch nur 2 Ameisen zu Gesicht bekommen, sowie einen ganzen Schwarm an Kakadus und hin und wieder ein paar Papageien, die leider äußerst fotoscheu waren. Und auch von Schlangen sah man überhaupt nichts, und offenbar gilt für sie das gleiche wie für die versteckten Spinnen.
Ansonsten haben wir noch 3 Weltrekorde gesehen: Die gefährlichste Achterbahn der Welt (die nach mehreren Jahren Bauzeit und vielen Millionen Dollar immer noch so unsicher ist, dass niemand damit fahren darf und auch noch nie ein Mensch drin saß), die angeblich langweiligste Gondelfahrt (was nicht stimmen kann, da die Aussicht super sein muss), und der steilste Zug, mit dem wir tatsächlich aus einem wiederum sehr tiefen Tal rauf gefahren sind. Dieser Zug war an 3 Seiten vergittert aber sonst offen, war also mehr wie eine Kirmesbahn. Die Sitze waren so, dass man fast auf dem Rücken lag bei der Anfahrt, dann sind wir rückwärts den Hang hoch, und hatten fast Angst, nach vorne rauszufallen. Die Steigung war über 50%, wenn ich das richtig verstanden habe. Nichts für Leute mit Höhenangst. Aber sehr cool. Dieser Ausflug war auch jeden Fall ein Ereignis, auch wenn ich fast gestorben bin, als ich diese ganzen steilen großen Treppenstufen aus dem ersten Tal wieder selber raufklettern musste. Am liebsten wäre ich noch ein paar Stunden geblieben, denn dieser Wald war wirklich wunderschön und beeindruckend.
Auf der Rückfahrt haben wir noch kurz am Olympiastadium von Sydney angehalten, es sah aber nicht besonders spannend aus. Heute hingegen sind die Olympischen Spiele hier genau 10 Jahre her, deswegen finden dort ein paar Aktionen statt und das Feuer wird wieder angezündet.